Workshop: Zu Gast im Heidestudio

Was gibt es Schlimmeres als dauernd auf der Stelle zu treten? Fotografie ist Handwerk, Technik und Kunst – und in all diesen Bereichen suche ich immer wieder neue Inspirationen, Anstöße und Vorbilder. Nur das bringt die eigene Arbeit voran. Zuletzt am Wochenende beim großartigen «Stilpiraten» Steffen Böttcher in der grünen Nordheide.

 

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Den Workshop im Heidestudio hatte ich schon vor drei Monaten gebucht und dafür auch einige kurzfristige Anfragen ablehnen müssen – aber es hat sich gelohnt! Dass Steffen nicht nur eine tolle Bildsprache pflegt, sondern auch über ungeahnte Fähigkeiten als Motivator, Coach und Psychologe verfügt, wurde an anderer Stelle bereits mehrfach und ausführlich beschrieben. Ich kann mich dem nur anschließen – und habe einmal mehr gelernt, wie wichtig es ist, als Mann hinter der Kamera mit den Menschen vor der Linse gut zu kommunizieren.

 

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Packende, emotionale Bilder entstehen nicht aus der Distanz und auch nicht ohne Worte. Nah ran, raus aus der Komfortzone – das ist Steffens Credo. Also Weitwinkel statt Tele, mitreden statt «nur» beobachten, auch mal auf vermeintliche Standards und Erwartungen pfeifen. Zusammen mit einem Dutzend wunderbarer Kollegen aus allen Teilen der Republik habe ich gelernt, warum es keinen Sinn hat, länger als drei Sekunden mit der Auswahl eines Fotos zu verbringen – Stichwort menschlicher Wahrnehmungsprozess. Wir sprachen über die Bedeutung des Küchentischs, den Wert von frisch gebackenem Kuchen und den Nutzen von Flüstertrick und Fixpunkten. Und jetzt kann ich mir auch endlich merken, auf welche Seite die Braut auf dem Foto gehört. Obwohl, vermeintlicher Standard, egal.

Um es mit Steffen zu formulieren: «Macht euch frei von diesem Foren-Irrsinn, in dem selbst ernannte Flachwichser Regeln diktieren und sucht den Sinn im Unsinn! Sei du selbst, hör auf dich und mach was dir gefällt (es sei denn du kannst Batman sein. Dann sei Batman!)»

Allen, die nicht auf der Stelle treten möchten, kann ich einen Besuch im Heidestudio sehr empfehlen. Lasst euch die Geschichte von den weißen Krokolederschuhen erzählen, vom Feenstaub und von dem Kratzen, bevor es juckt. Die Welt der Fotografie wird eine bessere!

 

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Herzlichen Dank auch an Christina für die ausgezeichnete Verpflegung und die Gespräche am Küchentisch sowie an Lena und Bertan, die für uns noch mal in ihre Hochzeitsklamotten geschlüpft sind.